Riesling - Eiswein

Besondere Raritäten stellen die bei strengem Frost gewonnenen Eisweine dar. Im Unterschied zu den anderen edelsüßen Weinen wie Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen liegt das Geheimnis der Eisweine im Ernten gefrorener Beeren. Erst bei mindestens -7°C dürfen die Eisweintrauben gelesen werden, idealerweise sind es -10 bis -12°C. Die natürlich gefrorenen Trauben werden in diesem »eisigen« Zustand sofort gekeltert.

Das in den Beeren enthaltene Wasser bleibt so als Eis auf der Kelter zurück, während nur der süßeste Saft, dessen Gefrierpunkt tiefer liegt als der von Wasser, als hochkonzentrierter Most gewonnen wird. Viel ist aus den gefrorenen Trauben nicht mehr herauszupressen, Qualität geht vor Quantität.

Passionierte Eisweinwinzer achten peinlich genau auf ein gesundes Lesegut ohne Botrytisbefall. Denn ein großer Eiswein braucht vor allem gesunde Trauben als Ausgangsmaterial. Und genau hier liegt auch der Unterschied zu den edelsüßen Gewächsen wie Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.

Ein hochwertiger Eiswein weist nicht die geschmacklichen Charakteristika der Edelfäule auf. Das gesunde Traubengut garantiert vielmehr einen unvergleichlich konzentrierten, frischfruchtigen Geschmack und bringt in Verbindung mit der relativ hohen Säure eine explosionsartige geschmackliche Spannung zustande.

 

 

Textquelle: Aus dem Buch "Riesling". Mit freundlicher Genehmigung des HALLWAG-Verlags.
Text: © HALLWAG-VERLAG

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