Riesling - Aromen

Christina Fischer, Ingo Swoboda

Orange

Warum riecht Riesling nach Zitrus, Apfel und Pfirsich? Oder sogar nach nassen Steinen, Petroleum oder Rauch? Interessanterweise verfügt die Natur über ein bestimmtes Repertoire an chemischen Verbindungen, die für Geruch und Duft verantwortlich sind und die - man könnte meinen aus ökonomischen Gründen – gleich mehrfach eingesetzt werden: mal in Früchten, im Gemüse, in Pflanzen, mal in Bäumen, Blumen, Gras und eben auch im Wein.

Denn die Rebe entspringt einem gemeinsamen Stanmmbaum der Pflanzen, der sich im Lauf der Evolution in verschiedene Richtungen entwickelt hat. Gemeinsamkeiten wie bestimmte Aromastoffe sind geblieben, und so finden sich zum Beispiel die gleichen Thiolverbindungen in der Maracuja wie  in der Riesling-Traube oder nahezu identische Monoterpene in der Rose, der Litschi und dem Riesling.

Rund 800 chemische Verbindungen wurden im Wein bislang identifiziert, die sich zum größten Teil mit bekannten Früchten decken. Unser Gehirn wirkt als Aromenbibliothek, die einen Mustervergleich zwischen den abgespeicherten und gerade von der Nase wahrgenommenen Gerüchen vornimmt.

Je mehr Gerüche und Düfte gespeichert sind, desto besser, schneller und eindeutiger gelingt das Abrufen, Erkennen und Zuordnen dieser Duftmuster zu der passenden verbalen Beschreibung.

Textquelle: Aus dem Buch "Riesling". Mit freundlicher Genehmigung des HALLWAG-Verlags.
Text: © HALLWAG-VERLAG

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