Riesling - Anbaugebiete - Österreich

Österreichischer Riesling kommt vor allem aus Niederösterreich, wo er auf den kristallinen Böden der Wachau, des Krems- und Kamptales, aber auch im Weinviertel, dem Wagram und Traisental ideale Bedingungen vorfindet.

Er besticht hier durch seine intensive Fruchtaromatik. Die Weine sind mittelkräftig bis kräftig, haben enormen Tiefgang und beeindrucken mit vielschichtigen Fruchtaromen: Marillen, Pfirsiche, exotische Früchten; gepaart mit feinen mineralischen Noten.

Die feine aromatische Ausprägung des Rieslings kommt ohne großartigen kellertechnischen Aufwand mit Vinifikation im Stahltank oder großen Holzfass hervorragend zur Geltung.

Die Weine aus der Rieslingrebe sind hochelegant mit hervorragendem Alterungspotenzial. Für den Barriqueausbau ist er völlig ungeeignet, da das Eichenaroma die Fruchtigkeit völlig überdecken würde. Beeindruckend an dieser Rebsorte ist auch die Fähigkeit, die Charakteristik des jeweiligen Bodens in die Flasche zu transferieren. Riesling mag Böden, die sich gut erwärmen, solange sie karg und wasserdurchlässig sind.

Die elegantesten Rieslinge kommen daher von Urgesteins- und Schieferböden, auf Kies oder Sandböden wird er wesentlich wuchtiger. Lehm und Löss sind völlig ungeeignet, da er hier zwar hohe Erträge produziert, aber wenig Sortentypizität aufweist. Riesling ist eine spätreifende Sorte und braucht eine lange Vegetationsperiode um seine einzigartige Aromatik so richtig ausbilden zu können.


Da er zur Traubenreife auch hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, sind Flusstäler wie die Wachau, das Krems- und Kamptal und auch einige Lagen in Wien besonders geeignet. Feuchtigkeit und Wärme sind auch Voraussetzungen für Botrytis, der Edelfäule, die Voraussetzung für die Erzeugung hochklassiger Prädikatsweine ist. Warme Tage und kühle Nächte geben auch den Fruchtaromen den letzten Schliff. Riesling ist rar, in Österreich nimmt er rein statistisch gerade einmal 2,6% der Gesamtrebfläche ein.

Die Bedeutung des Rieslings entspricht dabei aber keineswegs den nackten Zahlen: In Österreich zählt er zu jenen Rebsorten, mit denen Österreich als Weinland sein Standing im Ausland festigt. Ostösterreich mit seinen Flusstälern und Urgesteinsböden bietet ideale Voraussetzungen für die Produktion von hochklassigen Rieslingen, die zu den besten der Welt zählen. Riesling hat nicht nur in Österreich eine lange Tradition.

Als Urheimat des Riesling gilt Deutschland, wo der Anbau bis 1435 urkundlich nachgewiesen werden konnte. Bis ins 18. Jahrhundert wurde er vor allem als gemischter Satz ausgebaut. Erst dann wurden seine Sorteneigenschaften erkannt. Mittlerweile trifft man ihn in vielen Ländern an. Die besten und elegantesten Rieslinge kommen aber generell aus kühleren Klimazonen, wie z.B. eben Österreich, Deutschland und dem Elsass.

Quelle: ÖWM