Nach trocken: süß - edelsüß
Neue Talente in der Weltspitze mit neuen Ansätzen. Weingüter Wegeler machen sich auf den Weg.
Oestrich-Winkel, 9/2006. Edelsüße Weine sind flüssiges Gold und eine Investition für die Ewigkeit. Stimmt! Man kann die Sache aber auch anders sehen. Dr. Tom Drieseberg, Chef der Weingüter Geheimrat J. Wegeler, Oestrich-Winkel/Bernkastel/Deidesheim, fühlt sich mehr im Hier und Jetzt verwurzelt.
Das Leben ist kein Wartezimmer und deshalb empfiehlt Drieseberg: "Nicht warten – starten!" Das gilt auch für den Genuss edelsüßer Weine. Noch immer fristen sie ein Dasein in der Dunkelheit - eingelagert für besondere Anlässe wie Kindstaufen, Hochzeiten und runde Geburtstage. Einfach nicht tot zu kriegen ist der Irrglaube, dass man die Pretiosen erst einmal ein halbes Leben lang liegen lassen müsse, damit sie ihr volles Potential entfalten. Das sind alte Kamellen.
Die Wirklichkeit sieht anders aus. "Im Gegensatz zu den großen Rotweinen dieser Welt haben gerade edelsüße Rieslinge in jungen Jahren einen ausgesprochen exotischen Charme", so Drieseberg. Und es gibt neben dieser neuen Interpretation noch weitere stichhaltige Argumente, die für den Zeitgeist der edlen Tropfen sprechen. Mit gerade einmal 7 bis 9 Prozent Alkohol liegen edelsüße Rieslinge weit unter dem, was so mancher süße Kultwein an Alkoholgehalt in sich vereinigt. Vierzehn, ja sogar 15 Prozent sind hier keine Seltenheit. Das macht schnell satt und matt.
Why not: Edelsüße Spitzen – cool and stylish serviert
Erfrischend anders präsentieren sich die edelsüßen Rieslinge: Voller Fruchtgeschmack bei wenig Alkoholgehalt – das könnte eine echte Alternative auch für Nachwuchs-Genießer sein. "Gerade junge Leute sind aufgeschlossen für neue Geschmackserlebnisse, doch die dürfen bei allem Qualitätsstreben auf Seiten der Weinmacher nicht zu kompliziert dargestellt werden.
